Neustart mit Bullet Journal

Neuer Look und Neustart für meinen kleinen Blog.

Lange war es von meiner Seite sehr still und bestimmt haben sich schon ein paar von euch gefragt was da los ist im Hause Maschenrisotto. Naja, was soll ich sagen? Es fehlte die Zeit, es war Sommer (naja, wenn wir ehrlich sind eher getarnter April, aber egal) und ich hatte schon im Frühjahr beschlossen zu WordPress umzuziehen. Dieses Vorhaben benötigt jedoch ein wenig Vorbereitungs- und Umgestaltungszeit. Immerhin sollten die bisherigen Beiträge ja nicht verloren gehen und hübsch aussehen soll es am Ende auch noch. Zudem musste ich mir ein bisschen darüber klar werden, wo die Reise mit diesem Blog eigentlich hingehen soll. Klar ist, ich möchte mir gern regelmäßiger Zeit zum Schreiben von Beiträgen nehmen. Außerdem habe ich zum Beispiel festgestellt, dass das Schreiben von Reiseberichten für mich gerade nicht passt. Mein Fokus für diesen Blog liegt einfach woanders. Darum ist diese Kategorie erst einmal gestrichen, vielleicht nicht für immer, aber für jetzt scheint es mir das Beste und ich möchte mich lieber auf kreative Dinge konzentrieren.

Wer selber einen Blog schreibt weiß, wie viel Arbeit darin steckt und dass schon einiges an Planung notwendig ist, wenn man kontinuierlich am Ball bleiben will. Da Maschenrisotto vor allem mein Hobby ist, mir Spaß machen und nicht die kleine Perfektionistin in mir ständig anstacheln und unter Druck setzen soll, war also etwas Zeit notwendig um den für mich richtigen Weg zu finden.

Ich möchte gern, dass der Blog sowohl euch als auch mir einen Mehrwert bringt. Daher gibt es also jetzt hier einen kleinen Neuanfang. Ich freue mich auf die neue kreative Zeit mit euch und hoffe ihr begleitet mich auf dieser Reise.

Mit Bullet Journaling gut organisiert

Um mich generell besser zu organisieren bzw. vor allem zu fokussieren, habe ich im September mit dem Anlegen und Gestalten eines Bullet Journals begonnen. „Ein Bullet Journal, was soll das sein?“, fragen sich jetzt vielleicht ein paar von euch und andere werden sicher sagen: „Ach so, alter Hut.“ Trotzdem möchte ich es nochmal kurz allgemein vorstellen, bevor ich euch meine ersten Gestaltungsversuche zeige.

Was ist ein Bullet Journal?

Entwickelt wurde der „Bullet Journal Trend“ von dem US-Amerikaner Ryder Carroll. Nach Jahre langem Suchen nach dem perfekten System, zum Verfolgen der Vergangenheit, Organisieren der Gegenwart und Planen der Zukunft, hat er ein codiertes Agenda-System geschaffen, welches sich ganz individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Ziel ist es nämlich für sich persönlich das Optimum an Produktivität rauszuholen. Für ein erstes Verständnis und einen Überblick kann ich euch dieses Einführungsvideo zu Carrolls-Idee und Nastja`s (DIY Eule) Video auf dem DaWanda Kanal empfehlen.

Was braucht man dafür?

Theoretisch braucht man nichts weiter als ein Notizbuch und einen Stift. Hat man beides zur Hand kann es eigentlich auch schon losgehen. Schaut man sich jedoch einmal im Internet zum Thema Bullet Journal um, wird schnell klar: Es geht längst nicht mehr nur darum seine Termine zu koordinieren und To-Do Listen aufzusetzen. Viel mehr ist ein Trend entstanden, bei dem sich kreativ ausgelebt wird. Der eigene Kalender wird zu einer Art Tagebuch und mit Washi-Tap, Fotos, unterschiedlichen Stiften/Malfarben und Handletterings verschönert. So entsteht Seite für Seite ein ganz persönliches Kunstwerk.

Wie funktioniert‘s?

Ich zeige euch mal das Grundgerüst eines Bullet Journals und wie ich die Sache im September angegangen bin.

Inhaltsverzeichnis

Als Erstes schnappt man sich sein Notizbuch und überspringt ein paar Seiten, hier bleibt Platz für das Inhaltsverzeichnis. Damit kann man später bestimmte Listen/Termine schneller wiederfinden. Wer schlau ist, lässt ausreichend Platz, denn so eine Seite Inhaltsverzeichnis ist schnell gefüllt. Ich habe da, mit meinen zwei kleinen Seiten, etwas zu wenig vorausgedacht… uups…

Bullet Journal Inhaltsverzeichnis

Zum Inhaltsverzeichnis kehrt man immer wieder zurück und trägt die neusten Seiten ein. So bleibt es übersichtlich und man findet schneller die gesuchte Seite.

Jahresübersicht

Wirklich starten tut man also mit einer Jahresübersicht, dem Future Log. Man kann diesen ganz einfach halten, so wie ich und einfach die Monate mit den Tagen in einem Raster aufschreiben. So kennt man das ja auch oft aus normalen Kalendern, die am Anfang einen Überblick übers gesamte Jahr geben. Oder man plant etwas mehr Platz pro Monat ein und macht vielleicht auf einer Doppelseite nur einen Halbjahresüberblick. Mir ist auf jeden Fall schon aufgefallen, dass mir Raum fehlt längerfristige Termine einzutragen. Im Moment arbeite ich nur mit Farben in meiner Jahresübersicht, um z.B. Feier- und Urlaubstage zu markieren.

Bullet Journal Jahresüberblick

Mein Jahresüberblick mit Geburtstagskalender: Hier hat man das nächste Jahr im Blick und kann mit einem Farbcode arbeiten um bestimmte Termine zu markieren. Der Platz zum Eintragen und für Notizen fehlt allerdings.

Monatsübersicht

Als nächstes kommt dann eine Monatsübersicht. Hiervor gestalten viele ein tolles Deckblatt, dass den Monat z.B. mit einem bestimmten Farbschema einleitet. Ich bin im September relativ minimalistisch gestartet mit einem kleinen Blumenschnörkel und einem Kalenderlayout. Das sagt mir auf einem Blick, an welchem Wochentag, ein bestimmtes Datum ist (z.B. der 02.0.17, ist ein Samstag). Die eigentliche Idee bei der Monatsübersicht ist gleich noch bestimmte Ziele und Termine zu definieren, die in diesem Monat wichtig sind. Auch Aufgaben, die im vorherigen Monat liegen geblieben sind, sollen wieder in den Fokus gerückt und übertragen werden. Im September habe ich das gekonnt ignoriert und mir gedacht, es reicht, wenn ich mir dazu wöchentlich Gedanken mache.

Bullet Journal Monatsübersicht

Eine Monatsübersicht für den September mit einer Kalenderübersicht der Tage: Mit Hilfe von verschiedenen Farben könnte man hier z.B. Geburtstage, wichtige Termine, Feier- und Urlaubstage kennzeichnen.

Tages-/Wochenübersicht

Nun kann man eine Tages- oder Wochenübersicht anschließen, je nachdem wie viel man eben täglich zu planen hat. Für mich reicht eine Wochenübersicht, die ich auf einer Doppelseite gestalte. Da ich ja im September erst mit dem Bullet Journal begonnen habe, habe ich mich mal umgeschaut und mir dann fünf verschiedene Wochenlayouts rausgesucht. Diese habe ich dann getestet, um zu schauen, welches mir am meisten liegt und am besten gefällt. Generell soll eine Tages-/Wochenübersicht dabei helfen die an diesem Tag/ in dieser Woche anstehenden Aufgaben und Ereignisse auf einem Blick erfassen und gegebenenfalls Notizen hinzufügen zu können.  Dabei können sogenannte Signifikanten, also kleine Zeichen, denen eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben wird, helfen. Das können z.B. ein Kästchen für eine Aufgabe, ein Ausrufezeichen für eine wichtigen Termin oder ein Kreuz für eine erledigte Aufgabe sein. Ich habe mir am Anfang meines Bullet Journals einen „Key“ mit solchen Signifikanten definiert (Bild 6), nutze ihn aber eigentlich nicht so richtig.

Bullet Journal Weekly Spread

Wochenlayout Nr. 1 : Ich startete mit schmalen Kästchen für die Wochentage, darunter ist Platz für Notizen und eine Einkaufsliste. Die langgezogenen Felder fand ich später unpraktisch. Vielleicht ist das eher für Leute geeignet, die entweder sehr schmal schreiben können oder immer nur Abkürzungen benutzen.

BuJo Wochenübersicht

Wochenlayout Nr. 2: Die Wochentage werden lediglich durch eine dünne Linie mit Beschriftung voneinander getrennt, ein Notiz-Feld für anfallende Aufgaben schließt die Übersicht ab. Dieses Layout hat mir am wenigsten zugesagt und schon beim zeichnen hätte ich es eigentlich gern wieder „gelöscht“. Kurz, ich finds hässlich und das Notiz-Feld hab ich dann auch gründlich vermurkst. Vielleicht ist das einfacher für Handlettering- und Bullet Journal Profis.

Bullet Journal

Wochenlayout Nr. 3.: Hier Rahmen breite Felder die Wochentage ein, ein kleines Notiz-Feld gibt es auch und ich habe einen Haushalts-Tracker hinzugefügt. Hierbei fühlte sich dann auch alles gleich viel besser an, diese ordentlichen Linien und der breite Platz gefiel mir auf Anhieb.

Bullet Journal weekly spread

Wochenlayout Nr. 4: Die Wochentage rücken auf einer Seite zusammen, somit bleibt Platz für Spielereien auf der zweiten Seite. Neben einem Kästchen für die Wettervorhersage, Notiz-Feld, Einkaufsliste, Haushalts Tracker ist sogar Raum für Skizzen oder ein Zitat der Woche. Ich find’s schön, aber bei Wochen mit vielen Aufgaben und Terminen wird es eng in der Wochenübersicht.

Bullet Journal Wochenüberblick

Wochenlayout Nr. 5: Das Layout ist ähnlich dem von Nr. 4, nur anders angeordnet und mit minimal mehr Platz in den Tagesfeldern. Das gefällt mir persönlich auch sehr gut und gehört mit Nr. 3 zu meinen Favoriten.

Bullet Journal Key

Der „Key“ oder auch Schlüssel ist das Symbolverzeichnis mit dem im Bullet Journal gearbeitet wird. Man kann ihn wie ich hier aufschreiben oder man hat ein intuitives System, dass man immer gleich benutzt. Wirklich nutzen tu ich diese Seite jedenfalls nicht.

Erweiterungsmöglichkeiten

So, das ist quasi das Grundgerüst eines Bullet Journals und natürlich kann das noch vielfältig erweitert werden, z.B. durch Sammlungen oder sogenannte Habit-Tracker. Sammlungen sind Seiten, die ähnliche Aufgaben und Notizen bündeln, das können zum Beispiel Projektplanungen, Pack- oder Einkaufslisten sein. Ein Habit-Tracker, ist quasi ein „Gewohnheits-Verfolger“ also eine Visualisierungsmöglichkeit für bestimmte Gewohnheiten, die man entweder abschaffen oder noch mehr ausprägen möchte.

Diese zusätzlichen Möglichkeiten sollen jetzt hier aber nur kurz erwähnt bleiben. Dazu schreibe ich demnächst einen eigenen Post und zeige euch was ich in meinem Bullet Journal bisher hinzugefügt und welche Erfahrung ich damit gemacht habe. Dieser Beitrag ist immerhin schon lang genug und ich gratuliere allen, die es bis zum Ende geschafft haben! 🙂 Jetzt interessiert mich aber noch: Wer von euch führt denn auch ein Bullet Journal und wie kommt ihr damit zurecht?

Ich freu mich, dass ihr hier seid und hoffe wir sehen uns nun wieder öfter im neu gestalteten Maschenrisotto Zuhause.

Habt einen schönen Tag!

Eure Uli von Maschenrisotto

Verlinkt bei: NoSewMonday

 

4 Kommentare

  1. Hallo Uli,
    sehr cool, dein Journal.
    Ich selbst komme generell mit Journalen nur kurzfristig klar. Meist höre ich mittendrin damit auf und dann liegen sie sinnlos herum.
    Vielleicht ist das bei den Bullet Journalen ja anders. Da hängt mehr Herzblut drin und sie werden zum festen Begleiter, könnte ich mir vorstellen.
    Sollte ich es vielleicht doch mal damit versuchen? Allerdings schreckt mich der große Aufwand beim Gestalten …
    Ich überlege noch. 🙂
    Auf jeden Fall vielen Dank für die ausführliche Erklärung.
    Liebe Grüße
    vonKarin

    • Hallo Karin,

      das Schöne ist ja, dass du es auch sehr minimalistisch halten kannst (siehe Carroll in seinem Video). Dann braucht man wirklich nicht viel Zeit dafür und kann es trotzdem ganz individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Das mit dem kreativ Gestalten, kann man dann immer noch machen, wenn man mal wirklich Zeit und Lust hat.

      Liebe Grüße,
      Uli

  2. Hey Uli,

    danke für diesen super interessanten Post.
    Ich spiele schon lange mit dem Gedanken mich mit dem Hand-Lettering zu befassen….jetzt kommt auch noch ein Bullet Journal zu führen dazu. 😀
    Tolle Sache, ich hoffe ich bleibe dran. 😉
    Deinen Blog werde ich auf jeden Fall verfolgen und falls ich auch mein BJ mal in einem Post vorstelle, werde ich Dich erwähnen.

    Liebe Grüße
    Maria

    • Hallo Maria,

      das freut mich, dass er dir gefällt. Ich kann es nur empfehlen, mir macht das Bullet Journaling so viel Spaß. 🙂 Mit dem Hand-Lettering befasse ich mich auch gerade ein bisschen, aber da hab ich auch noch sehr sehr viel zu Üben.

      Freu, mich wenn du jetzt öfter vorbeischaust.
      Liebe Grüße,
      Uli

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